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EinTag eine Nacht und ein bisschen Morgen

Peter Stamm
,
 

Autor des Theaterstücks:FREMDGEHEN, Fassung 1, und als ABLEBEN, Fassung 2) Auf dieser Theaterarbeit basiert das Drehbuch zum Film: Ein Tag, eine Nacht und ein bisschen Morgen", von Stefan Kurowski

Biografie
 
Peter Stamm, * 1963, studierte nach einer kaufmännischen Lehre einige Semester Anglistik, Psychologie und Psychopathologie. Längere Aufenthalte in Paris, New York, Berlin und London. Lebt in Winterthur. Seit 1990 freier Autor und Journalist. Mehrere Hörspiele für Radio DRS1, DRS2, Radio Bremen, den WDR und den Südwest Rundfunk. Theaterstücke und Beiträge für verschiedene Bücher. Sein erster Roman «Agnes» erschien 1998 im Arche Verlag, Zürich und Hamburg. Im selben Verlag erschienen 1999 die Kurzgeschichtensammlung «Blitzeis», 2001 der Roman «Ungefähre Landschaft» und 2003 Erzählungen unter dem Titel «In fremden Gärten». 2006 erschien im S. Fischer Verlag sein Roman «An einem Tag wie diesem», 2008 die Erzählsammlung «Wir Fliegen» und 2009 der Roman «Sieben Jahre». Lesereisen unter anderem nach China, Mexico, Russland und in den Iran.

 

          

Der Stoff zum Film

Mit Peter Stamm, einem angesehenen Schweizer Autor, stehe ich etwa seit dem Jahr 2000 per Telefon und Mail in Verbindung. Von Angesicht zu Angesicht persönlich kennengelernt haben wie uns bisher nicht.
Ich habe „Fremdgehen“ als Theaterstück gesehen, ein von ORF1 ausgestrahltes Hörspiel beeindruckend erlebt und einige seiner knapp und spröde klar gehaltenen Romane gelesen.
Nachdem FREMDGEHEN ein knapp gehaltenes Drama für zwei Personen in einem engen, muffigen Büro ist, war mein erster Gedanke, gemeinsam mit Peter Stamm nach einer luftigen abendfüllenden, filmischen Lösung für dieses eindringliche Kammerspiel zu finden.
Was zunächst den besonderen Reiz der Geschichte für mich ausmachte, war die, nach außen hin unsichtbare, gebrochene Existenz Preisels, der in seinem Beruf als Buchhalter  in einer Firma sehr wohl funktioniert, im Inneren jedoch von einer unstillbaren Todessehnsucht getrieben wird, der er zu erliegen droht. Ihm gegenüber steht eine Frau, sie ist seit 20 Jahren seine Sekretären, die von einer unerfüllten Sehnsucht nach Hingabe verzehrt wird.
Einen Abend , eine Nacht lang, haben die beiden die Chance, etwas aus ihrer  bloßen Existenz zu machen.
Im Laufe der Zeit richtete sich mein Interesse doch immer mehr in Richtung der sprühenden Frau, die im Einakter in der Konsequenz dieser einen besonderen Nacht ( in der 2. Stückvariante !) gegen die auch für sie fatale Situation einen Augenblick lang aufbegehrt und zur fordernden Kraft wird…Und sich wohl selbst dadurch rettet. Oder aber endgültig verloren ist.
Wie weit aber würde diese verstörte Frau gehen, sich vorwagen, wenn sie mehr Zeit und Raum zur Verfügung hätte? Und ihrer Fantasie freien Lauf geben könnte? Ich wollte das näher untersuchen, die Frage stellen, inwieweit sie, die sinnliche Hingabe noch nicht kennt, sich der Wucht der körperlichen Liebe aussetzt und dadurch wachsen kann. Und ob ein Mensch für einen anderen Erlöser sein kann.

Für mich wurde also immer dringlicher, das Rollenverhalten des Mannes und der Frau über die Grenzen hinaus zu treiben und dafür filmische Entsprechungen zu finden. Und zu schauen, ob sich da zwischen den Menschen nicht doch noch etwas Erfrischendes tut.
Peter Stamm ist dieser Bearbeitung des Stoffes, die ich doch einige Jahre mit
mir herum geschleppt habe, bevor ich sie 2006 bis 2008 endlich ausformulieren konnte, mit großer Gelassenheit gegenüber gestanden. Er ließ mich werken und hat sich jeglicher Einmischung entsagt.
Dafür danke ich ihm. Manchmal hätte ich es mir anders vorgestellt...
Nie passt es einem.

Stefan Kurowski

 

 

Das Interview

Die Journalistin Wiltrud Hackl spricht mit Stefan Kurowski über das Filmprojekt.

Audiointerview vom 20. März 2011,
Gesamtlänge ca. 31 Minuten: TEIL 1, 2, 3 

TEIL 1

TEIL 2

TEIL 3


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